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PM:Studie belegt: Psychotherapeutische Behandlung wegen Sprachbarriere oft nicht möglich - SprachmittlerInnenpool schafft Abhilfe

17% der niedergelassenen PsychotherapeutInnen und PsychiaterInnen in Hamburg haben eine notwendige Behandlung von PatientInnen, deren Muttersprache nicht Deutsch ist, aufgrund einer Sprachbarriere ablehnen müssen. Dies ist eines der zentralen Ergebnisse einer Studie des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf in Kooperation mit der Bundespsychotherapeutenkammer, der Psychotherapeutenkammer Hamburg und der Ärztekammer Hamburg, die im Sommer des vergangenen Jahres durchgeführt wurde.

Dipl.-Psych. Heike Peper, Präsidentin der Psychotherapeutenkammer Hamburg: "Die Resonanz auf die Studie war mit einer Rücklaufquote von 68% überwältigend und zeigt die Sensibilität des Berufsstandes zum Thema Mehrsprachigkeit in der ambulanten Versorgung."

Die Studie diente der Basiserhebung vor der Einführung des Projekts "SprachmittlerInnenpool - Modellprojekt zur Integration von SprachmittlerInnen in die ambulante psychotherapeutisch-psychiatrische Versorgung" (*). Niedergelassene PsychiaterInnen und PsychotherapeutInnen können im Rahmen des Projektes seit September 2017 über das Psychosoziale Beratungs- und Koordinationszentrum SEGEMI eine qualifizierte Sprachmittlerin / einen qualifizierten Sprachmittler beantragen.

Dr. Mike Mösko, Vorsitzender von SEGEMI e.V.: "Seit dem Start vor 250 Tagen konnte der SprachmittlerInnenpool auf 33 Sprachen erweitert werden. Qualifizierte SprachmittlerInnen wurden nicht nur für den schwierigen Einsatz in diesem belastenden Kontext geschult, sondern auch regelmäßig supervidiert. Mittlerweile sind mehr als 170 Anträge eingegangen."

Welche Erfahrungen BehandlerInnen und SprachmittlerInnen seit dem Projektstart sammeln konnten und welche Möglichkeiten, aber auch welche Restriktionen das Modellprojekt mit sich bringt, wird am 2.5.2018 in Rahmen eines Symposiums der Öffentlichkeit vorgestellt.

Das Symposium wird durch zwei Fachvorträge eingeleitet und es werden die Ergebnisse der Studie "Mehrsprachigkeit in der ambulanten Versorgung" vorgestellt. Im Anschluss findet eine Podiumsdiskussion statt, in der VertreterInnen aus Politik, Gesundheit und Migrantenorganisationen u.a. "Perspektiven zur Integration nicht-Deutschsprachiger Patienten in die Psychosoziale Versorgung in Hamburg" diskutieren.

Das vollständige Programm finden Sie unter www.segemi.org/news

Zur Teilnahme am Symposium laden wir Sie herzlich ein.



(*) Der SprachmittlerInnenpool ist das erste Projekt dieser Art in der Bundesrepublik. Es startete im September 2017 und wird durchgeführt von SEGEMI Seelische Gesundheit . Migration und Flucht e.V. in Kooperation mit der Psychotherapeutenkammer Hamburg und dem PARITÄTISCHEN in Hamburg. Gefördert wird das Modellprojekt durch die Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz der Freien und Hansestadt Hamburg im Rahmen des "Hamburger Integrationsfonds". Weitere Informationen finden Sie hier: www.segemi.org/sprachmittlerpool.html


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