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Presse-Information

27.04.2005: Trotz sinkendem Krankenstand: Zahl der psychischen Erkrankungen steigt weiter dramatisch an

Psychotherapeutenkammer Hamburg fordert Änderungen der Bedarfsplanungsrichtlinien und der Zulassungsverordnung

Obwohl der Krankenstand in Deutschland 2004 einen neuen Tiefstand erreicht hat, ist die Zahl der psychischen Erkrankungen weiter angestiegen. Die jüngsten Gesundheitsreporte 2005 der Ersatzkassen DAK und TK bestätigen erneut diesen langjährigen Trend. Alleine bei der DAK stieg die Zahl der Fälle mit psychischen Erkrankungen zwischen 1997 und 2004 um 70 %. Immer häufiger sind psychische Ursachen verantwortlich für schwere und chronische Erkrankungen.

Die Psychotherapeutenkammer Hamburg kritisiert in diesem Zusammenhang die unzureichende psychotherapeutische Versorgung in Hamburg. Vorstandsmitglied Gerda Krause: "Es mangelt an den notwendigen schritten zur Prävention und zur Behandlung psychischer Erkrankungen. Insbesondere fehlen Maßnahmen zur Verbesserung der Versorgung und der Versorgungsqualität. Weder die Zahl der zur Behandlung im System der gesetzlichen Krankenversicherung zugelassenen psychologischen Psychotherapeuten und Kinder- und Jugendpsychologen noch deren räumliche und fachliche Zuordnung haben in den letzten fünf Jahren mit der alarmierenden Entwicklung Schritt halten können."

Besonders kritisch ist die Situation der psychisch kranken Kinder und Jugendlichen in Hamburg. Nach neuesten Daten der DAK ist die Zahl der psychischen Erkrankungen bei den jüngeren Altersgruppen zwischen 1997 und 2004 bundesweit um bis zu 123 % gestiegen (Frauen im Alter von 20 - 24 Jahren).

Die Psychotherapeutenkammer Hamburg fordert daher dringend eine Überarbeitung der Bedarfsplanungsrichtlinien und der Zulassungsverordnung für die Zulassung von Psychologischen Psychotherapeuten und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten. Die Kammer hält es für untragbar, dass beide Berufsgruppen - Erwachsenenpsychotherapeuten und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten - in einer Bedarfsplanungsgruppe zusammengefasst sind. Dies hat dazu geführt, dass die 1,7 Mio. Einwohner von Hamburg lediglich 47 Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten mit Kassenzulassung vorfinden.

Weiterhin fordert die Psychotherapeutenkammer Hamburg eine nach Bezirken regional differenzierte Bedarfsplanung und die Möglichkeit von Teilzeitzulassungen. Vorstandmitglied Gerda Krause: "In Bergedorf, Harburg und Wandsbek können Sie die Zahl der Psychotherapeuten an fünf Fingern abzählen. Die Folge sind monatelange Wartezeiten. Dies ist eine Zumutung für die Betroffenen und bedarf dringend der Korrektur."

Für Rückfragen der Redaktion:
Psychotherapeutenkammer Hamburg
Thomas Grabenkamp
Tel. 42 10 12 34 oder 0163 613 91 60
E-Mail: info@ptk-hamburg.de

Zugehörige Dateien:
PM_PTK_HH_050427_Psychische Erkrankungen.pdfDownload (350 kb)