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QM-Musterhandbücher

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

Gemäß dem Hamburgischen Kammergesetz für die Heilberufe (HmbKGH §6) gehört es zu den Aufgaben der Kammer, Maßnahmen im Rahmen der praxisinternen Qualitätssicherung zu gestalten und zu fördern. Auch die Berufsordnung (§27) der Psychotherapeutenkammer Hamburg schreibt die Teilnahme an Maßnahmen zur Qualitätssicherung für Kammermitglieder vor.

Aktuell wurde das Thema mit dem Gesetz zur Modernisierung der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV-Modernisierungsgesetz- GMG), das am 1.1.2004 in Kraft getreten ist und mit dem der Gesetzgeber Ärzte, Krankenhäuser und auch sozialrechtlich zugelassene Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten verpflichtete, sich bis Ende 2009 an einrichtungsübergreifenden Maßnahmen der Qualitätssicherung zu beteiligen. Die Maßnahmen sollten, insbesondere zum Ziel haben, die Ergebnisqualität zu verbessern und ein einrichtungsinternes Qualitätsmanagement einzuführen und weiter(zu)entwickeln (§ 135a Abs. 2 GMG, Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses vom 18.10.2005). Damit werden noch keine zertifizierten Systeme zum Qualitätsmanagement gefordert. QM-Fachleute aus der Profession und aus dem ärztlichen Bereich waren bald mit ersten Instrumenten auf dem Markt und bieten heute mehr oder minder praktikable QM-Instrumente an. Es entwickelte sich ein Markt, auf dem heute verschiedenste QM-Systeme für Arzt-/Psychotherapeutenpraxen angeboten werden.

Der QM-Ausschuss der Psychotherapeutenkammer Niedersachsen (PKN) beschäftigt sich seit längerem mit dem Thema der Qualitätssicherung in PP/KJP-Praxen und hielt setting- und professionspezifische Qualitätssicherungsmaßnahmen für notwendig und sinnvoll. Der QM-Ausschuss PKN, in dem nicht nur das Know-how der niedergelassener KollegInnen, sondern auch universitäre und klinische Erfahrung vertreten sind, entwickelte in mühsamer Kleinarbeit ein spezifisches, verfahrensübergreifendes Instrument speziell für die psychotherapeutische Praxis: die "Orientierungshilfe zum Qualitätsmanagement: Qualitätsrelevante Aspekte in der ambulanten psychotherapeutischen Praxis". Dabei sollten die psychotherapeutisch tätigen Anwender im Mittelpunkt der Betrachtung stehen und es ging dem Ausschuss darum die spezifischen Eigenheiten unserer Profession im dem QM-System zu berücksichtigen.

Die Vorsitzende des QM-Ausschusses, Frau Greve, stellte auf Einladung der Psychotherapeutenkammer Hamburg die Orientierungshilfe zum Qualitätsmanagement am 23.1.2008 interessierten Kammermitgliedern vor. In der anschließenden Diskussion wurde nicht nur die Kritik an den staatlichen Auflagen, sondern auch der mangelnde Bezug vieler QM-Systeme zur psychotherapeutischen Praxis diskutiert. Einige Kammermitglieder wünschten sich konkrete Unterstützung bei der Entwicklung eines Qualitätsmanagement-Handbuches.

Die Frage, ob die Kammern ein QM-Muster-Handbuch erstellen sollten, wurde sowohl in Hamburg als auch in Hannover zunächst kontrovers diskutiert. Die PKN entschied sich schließlich dafür, ein von einem Kammermitglied auf der Grundlage der niedersächsischen "Orientierungshilfen zum Qualitätsmanagement" entwickeltes Handbuch für eine PP-VT-Praxis zu erwerben und als Grundlage für eine verfahrensspezifische Überarbeitung zu verwenden. Die Kammer Niedersachsen fragte mich für die Aufgabe der Überarbeitung des Handbuchs für eine AP/TP-Praxis an. In gemeinsamer, engagierter Diskussion mit den Kolleginnen Dipl.-Psych. Gabi Greve (VT) und Inge Berns (AP-KJP), entstanden drei überarbeitete Handbuchvarianten:

An dieser Stelle nochmals meinen herzlichen Dank an Gabi Greve und Inge Berns für die anregende und produktive Zusammenarbeit!

Wie in den Benutzerhinweisen ausgeführt, sind die Handbücher als ein ausformulierter Vorschlag zu verstehen, den Sie nach Ihren eigenen beruflichen Anforderungen verändern können.

Die Psychotherapeutenkammern Bremen, Niedersachsen und Hamburg entschieden, die Handbücher gemeinsam herauszugeben und die Entwicklungskosten entsprechend ihrer Mitgliederzahl gemeinsam zu tragen. Um einen größeren Kostenaufwand zu vermeiden, wurde entschieden, die Handbücher kostenlos per download über einen einfachen Zugang für alle Interessierten zur Verfügung zu stellen: Die drei Handbücher finden Sie deshalb zum Download hier, außerhalb des ausschließlich für Kammermitglieder zugänglichen Bereiches.

Dieser einfache Zugriff ermöglicht es allen Interessierten im Rahmen der gesetzlichen Erfordernisse bis zum Jahresende 2009 ein einrichtungsinternes Qualitätsmanagement für die eigene Praxis einzuführen. Die Maßnahmen zu Struktur- und Ergebnisqualität sind darüber hinaus gut geeignet, als Anregung auch für Mehrpersonenpraxen, Beratungsstellen und Kliniken zu dienen, die Qualitätsdiskussion anzuregen.

Die kooperierenden Kammern Niedersachsen, Bremen und Hamburg freuen sich über Ihre Rückmeldungen und wünschen sich eine rege Debatte, die dem Gedanken der Weiterentwicklung und der Optimierung gewidmet ist, denn wir legen hier etwas vor, was im besten Sinne "work in progress" sein soll.

Gerda Krause